Wie schon getwittert war meine interessanteste Konferenz der letzten Monate die “Corporate Learning Trends 2009″ von und mit Jay Cross, Tony Karrer, George Siemens und vielen anderen. Die Konferenz fand komplett online statt, was sehr praktisch war, denn frau konnte sich die interessanten Themen heraussuchen und vom Schreibtisch oder Sofa aus teilnehmen. Leider waren einige Termine zu nachtschlafender Zeit, aber es gab natürlich auch Aufzeichnungen.
Neben den Themen war aber die Durchführung einer Online-Session das Interessanteste. Es war die Einführungsveranstaltung “Introduction: Convergence in Learning”. “Haupt”-Moderatoren waren Jay Cross, Tony Karrer und Geaorge Siemens.
Nun Webinare gibt es viele, was war an dieser Session so spannend?
Es waren ca. 130 Personen anwesend.
Natürlich konnten alle sehen, wer noch mit im Raum war – jede Konferenz ist ja auch ein Netzwerk-Event.
Der öffentliche Chat war frei zugänglich – und er wurde ausgiebig genutzt!
Sicher habe ich nicht alle Einträge gelesen, aber der Chat wurde parallel zum Vortrag von mehreren Co-Moderatoren begleitet, so dass Fragen direkt beantwortet wurden oder auch interessante Anmerkungen an den Sprecher weitergegeben wurden, der dies in dem Vortrag berücksichtigte.
Es wurde noch interaktiver, als die Teilnehmer aufgefordert wurden Ihre Ideen zu einer Frage auf das Whiteboard zu schreiben – natürlich war das etwas chaotisch, aber Alle waren beteiligt und die Moderatoren griffen auch einige der Punkte auf um diese weiter zu diskutieren.
Diese Session war für mich das herausragende Beispiel dafür, dass ein interaktives Webinar auch mit vielen Personen möglich ist.
Die letzte Sektion am letzten Tag des Kongresses und der Messe und meine Präsentation bildete das Schlusslicht – und dennoch waren um 16:30 Uhr noch ca. 15 – 20 Personen anwesend: Unsere Sektion.
Hier mein Input zu Einstiegshürden, und damit zu der Frage, was ist eigentlich ein “einfaches System”?
In Stichworten die Gedanken zu den Folien:
Nach der Erläuterung meiner “Nomenklatur” zu Webcast, Webinar und Online-Training, fragte ich die TeilnehmerInnen, was für Sie die Merkmale eines “einfachen” Systems seinen.
Bedienung: Einfach bedeutet einfache, selbsterklärende Bedienung für TeilnehmerInnen und ModeratorInnen.
Techn. Zugang: Einfach bedeutet ohne Hürden durch Firewalls, Virenscanner und freizuschaltende Ports.
Funktionen: Mit einem Tretroller komme ich genauso mit Muskelkraft von A nach B wie mit einem Tourenrad. Beide haben einen Lenker und Räder. Das Tourenrad hat noch Gepäckträger, Beleuchtung, Handbremse, Rücktrittsbremse und mehr. Unterstützen mehr Funktionen die Einfachheit?
Ja, mit Beleuchtung sehe ich mehr, mit Hilfe der Bremse fahre ich nicht gegen die Wand, sprich ich kann Gefahrensituationen besser bewerkstelligen. Das Gleiche gilt für den VC.
Beispiel: Wenn ich als Moderatorin die Lautstärke der einzelnen Teilnehmer regeln kann, ist das für alle ein großer Vorteil. Ähnlich verhält es sich mit dem Zurücksetzen der Feedbacksymbole/Emoticons. Es erleichtert die Kommunikation, wenn dies vom Moderator zentral für alle gemacht werden kann.
Zwei einfache Systeme kombiniert (z.B. Skype + Whiteboard) können zusammen recht hohe Hürden setzen.
Was brauche ich für eine Moderation?
Ich muss meine Teilnehmer “sehen” = die Namensliste, ihre Emotionen (Emoticons + Feedbacksymbole) und dies muss für Teilnehmer und Moderatoren einfach zu bedienen sein.
Emoticons sind kein Luxus, sondern eine notwendige Funktion, die die Kommunikation erleichtert.
Ich muss mit den Teilnehmern sprechen können.
Dazu gehört auch die Mikrofonsteuerung. Zum Beispiel alle oder selektiv stumm schalten oder die Lautstärke regeln können.
Ich muss mit meinen Teilnehmern arbeiten können. Zum Beispiel per Whiteboard. Hierzu einige Fragen, die die Funktionalität des Whiteboards hinterfragen.
Ein System mit einer niedrigen Einstiegshürde verfügt auch über Funktionen zur Moderationsunterstützung.
Ein System mit niedrigen Einstiegshürden ist für mich ein System, das die Teilnehmer und Moderatoren einfach zu bedienen ist und dennoch alle notwendigen Funktionen zur Verfügung stellt.
“Ist ja NUR online” – haben Sie den Satz auch schon gehört? Mir begegnet er häufig bei der Diskussion um die Gestaltung von Webinaren. Das ist sehr schade, denn wenn ich als Teilnehmerin mir die Zeit nehme für dieses Thema, dann zeige ich Interesse und möchte ernst genommen werden. Teilnehmer eines Webianrs müssen die gleiche Qualität wie in einer Präsenzveranstaltung erwarten können. Erfüllen wir dies in den Online-Veranstaltungen nicht, dann werden wir dafür mit Desinteresse abgestraft.
Die Qualität des Webinars oder des Online-Trainings messen die TeilnehmerInnen an den versprochenen Zielen oder Inhalten. Ein 60-minütiges Webinar gibt in der Regel einen Überblick zu einem bestimmten Thema. Bei einem Online-Training, das mehrere Online-Sessions und evtl. asynchronen Aufgaben und Übungen beinhaltet, kann ich erwarten, dass ich nach Absovierung etwas “kann”.
Doch auch bei einem Informations-Webinar muss ich als Moderator die Besonderheiten der Online-Präsentation beachten:
Teilnehmer einbeziehen durch Rückfragen (Feedback, Umfragen, Abstimmungen …)
wirkungsvoller Einsatz der Stimme und Sprache: “Körpersprache im VC”
keine Bulletpoint-Folien-Schlacht, sondern optisch ansprechende Folien zur Unterstreichung des Gesagten: “Muntermacherfolien“
evtl. einen zweiten Sprecher
um nur einige Punkte zu nennen.
Ja, ein Webinar benötigt einiges an Vorbereitung, aber diese zu investieren lohnt sich, denn Ihre Teilnehmer sollen ja schliesslich wiederkommen – egal wo sie gerade sind!
Mehr zu Webinaren gibts es auf der Learntec und natürlich online!
Das neue Jahr (am 2.1. darf frau das noch so nennen) hat begonnen und für mich damit der Endspurt für die Learntec. Learntec? Ja, Sie wissen doch, der Fachkongress mit Fachmesse zu Lernen mit neuen Medien, eLearning, ITK-gestütztem lernen …kurzum für online Lernen und Arbeiten.
Sicher wird auch in diesem Jahr nach der Learntec wieder die Diskussion aufflammen: brauchen wir eine Learntec? Besucherrückgang? Ausstellerschwund? Sind das nicht Zeichen für den Niedergang?
Ich meine “Nein”. Andere Messen greifen gerade die Learntec-Themen auf, zwar aus unterschiedlichen Gründen, mal um den Ausstellerschwund der ursprünglichen Zielgruppe auszugleichen, aber auch, weil es ein zukunftsträchtiges Thema ist. Eines, das sich weiter entwickeln wird. Und gerade diese Weiterentwicklung, den Blick in die Zukunft zu werfen, neue Lösungsansätze für die sich verändernde Welt aufzuzeigen und zu diskutieren, das ist die Kernaufgabe der Learntec. Als Kongress wie auch als Messe. Das erwarten die Besucher – von der Messe, dem Kongress und den Ausstellern. Auf einer Messe/einem Kongress zu technologiegestütztem Lernen und Arbeiten darf heute eine Twitterwall nicht fehlen. Ein stabiles, leistungsfähiges WLAN mit kostenfreiem Zugang für die Besucher ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Lassen wir uns überraschen. Wir werden auf jeden Fall mit einem attraktivem Programm auf dem Stand F9 vertreten sein. Details folgen in Kürze. Haben Sie besondere Wünsche?
Ach so: Vom 2.2.2010 bis 4.2.2010 in Karlsruhe!